Wetter verschuldet niedrige Wahlbeteiligung
Verfasst am 19. Januar, 2009.
Kategorie: Neues aus Narragonien | 8 Kommentare
Die Wahlbeteiligung in Hessen liegt nach Angaben des Landeswahlleiters gerade mal bei 61 Prozent. Schuld daran ist natürlich das Wetter, wie unsere Qualitätsmedien herausgefunden haben. Sie machen mehr oder weniger deutlich die Gleichung "schlechtes Wetter = niedrige Wahlbeteiligung" auf:
â–ºBei nasskaltem Wetter erreichte die Wahlbeteiligung ein historisches Tief: Sie fiel auf 61 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte sie noch bei 64,3 Prozent gelegen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
â–ºHessen wählt zum zweiten Mal binnen eines Jahres – die Bürger strömen nicht gerade zu den Urnen. Daran mag auch das Wetter eine Mitschuld haben. (Financial Times Deutschland)
â–ºDie Beteiligung lag bis zum Mittag etwas niedriger als vor einem Jahr "Es ist ein bisschen glatt draußen, vielleicht trauen sich die Leute nicht", sagte etwa Wahlamtsleiter Achim Bastian aus Wetzlar. (Die Zeit)
â–ºBeteiligung an Landtagswahl bei nass-kaltem Wetter leicht gesunken [...] An der vorgezogenen Landtagswahl in Hessen haben sich bei nassem Winterwetter bis zum frühen Nachmittag knapp 30 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. (dpa bei yahoo.de)
â–ºDies war die bis dahin niedrigste Wahlbeteiligung in Hessen bei einer Landtagswahl gewesen. Bei nass-kaltem Winterwetter gaben bis zum frühen Nachmittag erst 29,7 Prozent der knapp 4,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiter Wolfgang Hannappel schätzte. (Die Welt)
Narragonien.de bestätigt diese Einschätzung: Die niedrige Wahlbeteiligung in Hessen hat nichts damit zu tun, dass die Menschen dort die Politik für unfähig oder korrupt halten. Der Durchschnittshessen geht bei Temperaturen zwischen 4 und 7 Grad Celsius im Winter eben nicht gern zum Wählen aus dem Haus.
Der Landeswahlleiter, Herr Licher-Sonnenschein, dazu: "Die Landtagswahlen in Hessen finden ja schon seit 1991 im tiefsten Winter statt, aber daran, dass wir einmal weniger als 20 Grad und Sonnenschein hatten, kann ich mich nicht erinnern." Allerdings könne er sich überhaupt nur noch schwer an Dinge erinnern, seit er während der Landtagswahl am 02.02.2003 von einem riesigen Eiszapfen am Kopf getroffen worden sei.
Zum Vergleich: Während das Wetter bei der Landtagswahlen am 28.01.2008 noch angenehme 4,3 bis 7,8 Grad bei kalt-nasser Witterung und leichtem Wind vorzeigen konnte (Quelle: Fraunhofer Institut), waren es am diesjährigen Wahlsonntag nur 3,4 bis 7,1 Grad bei nass-kalter Witterung und leichtem Wind (Quelle: Fraunhofer Institut). Die Wahlbeteiligung ist deshalb natürlich um 3,3 Prozent gesunken.
Wissenschaftler von der Goethe-Universität Frankfurt bestätigen: "Würde Hessen in der Karibik liegen, würden bei dem besseren Wetter auch fast hundert Prozent der Wähler ihre Stimme abgeben." Dass diese Annahme stimmt, belegen sie mit der hohen Wahlbeteiligung in Kuba. Die hat im Januar 2008 immerhin stolze 97 Prozent betragen.
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Kommentare
8 Kommentare to “Wetter verschuldet niedrige Wahlbeteiligung”








Die Ossis in der DDR hatten schließlich auch immer viel besseres Wetter als die Wessis in der BRD. Die Kausalität der bürgerlichen Medien hat doch Hand und Fuß. Ich weiß gar nicht, was Du hast?
via narragonien.de
[...] sein. Auf diesen hanebüchenen Unsinn, so sehe ich gerade, weisen ad sinistram, Zeitgeist-Blog und narragonien.de hin. Zeitgeist nennt folgende Beispiele: FAZ, Financial Times, die Zeit, die Welt. Deutschlands [...]
Glückwunsch, der is6t wieder großartig. Genial der Verweis auf Kuba… auch in der DDR war das Wetter ja immer besser, soweit ich mich entsinne.
Ich war draußen und habe gewählt. Jetzt muß ich mich mal schlau machen, wie das Wetter bei mir im Wahlkreis war – wir hatten immerhin ne Wahlbeteiligung von 74%!
@Der Hesse:
In Marburg war es nicht so kalt, da lag die Wahlbeteiligung bei 64 Prozent. Das kann ich übrigens bezeugen, denn ich habe am Sonntag dort meine Mutter im Uni-Klinkum besucht.
Die Temperaturen lagen bei sommerlichen 4 Grad. Wie das so ist, wäre meine Freundin vor dem Haupteingang beinahe noch auf Glatteis ausgerutscht. Dabei fiel ein angenehmer Nieselregen vom grauen Himmel.
@PPq: Danke. Der Vergleich Kuba bot sich in Hinblick auf die sprichwörtlich gewordenen “hessischen Verhältnisse” an. Die politischen Systeme sind ja fast identlisch, nur das Wetter jeweils anders.
Also stimmt die Wettertheorie!!!!!! Ich bin begeistert!!!!!!
Natürlich stimmt sie, wie könnten sich alle Medien denn gleichzeitig irren? Wenn es alle sagen, muss es doch richtig sein.
Vorallem, wenn du es auch berichtest. Diese Seite schreibt doch nur die Wahrheit!!!!!!